Der Bart als Typfrage

Schon seit einiger Zeit habe ich mir überlegt, ob wirklich jedem Mann ein Bart steht. Uns wird schließlich in den Medien vermittelt, dass Bärte absolut im Trend sind. Manchmal wirkt es sogar so als wären Männer ohne Bart irgendwie keine richtigen Männer mehr. Das Ergebnis der starken Präsenz des Bartes ist, dass ein Großteil der Männer zumindest gefühlt einen solchen trägt. Natürlich ist das ein subjektives Empfinden, welches nicht so ganz der Realität entspricht. Heute tragen aber schon rund 60 Prozent der Männer einen Bart. Sehr beliebt ist die Gesichtsbehaarung etwa zwischen einem Alter von 20 und vielleicht 40 Jahren. Vorher wächst der Bart meist noch nicht so richtig und ältere Männer tragen oft, aber nicht mehr so extrem häufig einen Bart. Obwohl die Gesichtsbehaarung selbst bei Männern jenseits der 60 wieder an Beliebtheit gewinnt. Nicht jedem Mann, den ich gesehen habe, steht sein Bart auch. Viele scheinen noch immer nicht mit der Pflege der Haare begonnen zu haben – was sich direkt in einer eher ungepflegten Optik zeigt.

 

Steht jedem Mann ein Bart?

 

Eindeutig: Nein! Zumindest steht vielen Männern nicht genau der Bart, den sie tragen. Ein Vollbart eignet sich beispielsweise sehr gut für Männer mit einem eher schmalen Gesicht. Dieser Bart lässt das Gesicht etwas voller wirken – und ist damit nicht unbedingt die beste Wahl für Männer mit einem sehr runden Gesicht. Wer trotz aller Anstrengungen nicht zu einem lückenlosen Vollbart kommt, sollte es irgendwann aufgeben und andere Bartfrisuren versuchen. Bei mir kam einfach kein richtiger Vollbart zustande. Schon gar keiner, der wirklich schön aussieht. Mein Bart sah trotz Vitamine, Kieselerde, Krafttraining und einer proteinreichen Ernährung einfach nicht nach einem stolzen Vollbart aus. Genau deshalb habe ich es irgendwann gelassen – die vielen Versuche haben mich auch ein wenig frustriert. Heute trage ich einen Drei-Tage-Bart, der zu mir passt und der einfach zu pflegen ist. Ob er mir wirklich steht weiß ich nicht. Doch mir gefällt er und ich bekomme manchmal Komplimente aus meinem Umfeld. Meine Vollbart Versuche kamen wohl bei den anderen nicht ganz so gut an. Es macht bei einem Bartwunsch daher schon Sinn sich vorher zu überlegen, wie das eigene Gesicht ist, wie stark der Bart wächst und wie viel Zeit in die Pflege investiert wird. Genau wie bei der Frisur der Haare auf dem Kopf ist der Bart am Ende eine reine Typfrage – zum Glück passt nicht jeder Bart zu jedem Mann. Das wäre ja sonst auch ganz schön langweilig.

 

Ein Bart für jede Jahreszeit

 

Bei allen Überlegungen rund um das Thema Bart wird ein Aspekt meistens komplett ausgeblendet. Die wenigsten Männer machen sich beim Bart Gedanken um die verschiedenen Jahreszeiten – im Winter ist ein Vollbart schließlich toll. Außerdem ist Deutschland jetzt nicht unbedingt für viele heiße Tage bekannt. Im Sommer, wenn es dann doch mal heiß wird, ist es aber nicht so einfach, mit dem Bart gut zurechtzukommen. Ich schwitze ehrlich gesagt bei hohen Temperaturen sehr stark. Meinen längeren Vollbart habe ich bei fast 40 Grad im Schatten bei einer hohen Luftfeuchtigkeit gar nicht mehr geliebt. Selbst passionierte Bartträger schneiden ihren Bart an den heißen Sommertagen ein klein wenig kürzer. Er muss ja gar nicht ganz rasiert werden, doch ein bisschen weniger der Haare im Gesicht ist sicherlich nicht verkehrt. Für mich ist es ganz klar: Mein Drei-Tage-Bart ist wirklich das ganze Jahr über perfekt. Außerdem mag ich den leicht verwegenen Touch, den ich nach Aussage meiner Freundin durch diesen Bart habe. Da gibt es wirklich schlimmeres, als eine verwegene Ausstrahlung. Bei solchen Anmerkungen merke ich aber auch immer wieder, wie sehr ein Bart den eigenen Typ und die ganze Persönlichkeit unterstreicht. Daher schadet es wirklich nicht, den passenden Bart für das eigene Gesicht zu finden. Am Anfang ist es übrigens ganz normal, dass der Bart erst einmal ungewohnt ist – zumindest ging es nicht nur mir, sondern auch vielen Freunden von mir so.